Empfeh­lungen Master

Curriculare Mindestinhalte für Masterstudiengänge der Wirtschaftspsychologie

Die hier vorgestellten Empfehlungen für Masterstudiengänge der Wirtschaftspsychologie wurden in der Mitgliederversammlung der GWPs am 05.03.2020 verabschiedet und sind somit von einem breiten Kreis wissenschaftlich arbeitender Wirtschaftspsychologie-Expert*innen in Deutschland getragen. Sie stellen eine sinnvolle Ergänzung des Qualitätssiegels für Masterstudiengänge der Wirtschaftspsychologie der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs) dar, indem Sie wichtige Aspekte des Qualitätssiegels aufgreifen und diese gleich in der Qualitätsprüfung im Akkreditierungsprozess verankern. Hierzu beinhalten sie einen Mindest-Standard an Zulassungsvoraussetzungen und curricularen Lehrinhalten, der aus Expertensicht erfüllt sein sollte, um einen Masterstudiengang mit der Bezeichnung „Wirtschaftspsychologie“ benennen zu können. Gleichzeitig ermöglichen sie den Hochschulen aber auch einen Spielraum für die individuelle Ausgestaltung von Curricula.

Bei Masterstudiengängen muss unterschieden werden zwischen konsekutiven Studiengängen und nicht-konsekutiven bzw. weiterbildenden Studiengängen. Da sich Kompetenzen der Absolvent*innen eines Masterstudiengangs aus den Kompetenzen bei der Zulassung (deren Mindeststandard durch die Zulassungsvoraussetzungen geregelt ist) und den im Masterstudium darauf aufbauend erworbenen Kompetenzen ergeben, müssen sowohl die Zulassungsvoraussetzungen als auch die Studieninhalte in den Blick genommen werden, um entscheiden zu können, ob ein Studiengang mit der Bezeichnung „Wirtschaftspsychologie“ benannt werden sollte.

Ein Masterstudiengang sollte nach Empfehlung der GWPs nur dann mit der Bezeichnung „Wirtschaftspsychologie“ benannt werden, wenn es sich um einen konsekutiven Studiengang (gemeint ist damit konsekutiv zu einem (wirtschafts-)psychologischen Bachelor-Studiengang) handelt, der

  1. klar definierte Zulassungsvoraussetzungen aufweist, um die Eingangskompetenzen der Studierenden mindestens auf wirtschaftspsychologischem Bachelorniveau sicherzustellen
  2. darauf aufbauend bestimmte Mindestinhalte an psychologischer Grundlagenvertiefung, vertiefender empirischer Methoden, wirtschaftlicher Anwendung und wirtschaftspsychologischen Anwendungsfächern (z.B. Arbeits-, Organisations-, Personalpsychologie; Markt-, Konsumenten-, Medienpsychologie; Ingenieurpsychologie) beinhaltet.

Diese Mindestanforderungen sind in der folgenden Übersichtsgrafik dargestellt

Curriculare Mindestinhalte und Empfehlungen für Masterstudiengänge der Wirtschaftspsychologie

Wichtig ist hierbei, dass sowohl die Mindest-Zulassungsvoraussetzungen (verbindlich geregelt in der Zulassungssatzung) als auch die Mindestinhalte des Studiengangs erfüllt werden müssen, um die Qualitätsansprüche an einen Masterstudiengang als wirtschaftspsychologischer Studiengang angemessen zu erfüllen.

Nicht-konsekutive Masterstudiengänge oder Masterstudiengänge, die konsekutiv auf einen nicht-psychologischen Bachelorabschluss (z.B. wirtschaftliche Studiengänge) ausgelegt sind, sollten aus Sicht der GWPs nicht mit der Bezeichnung Wirtschaftspsychologie benannt werden, um Verwechslungen mit den konsekutiven Masterprogrammen mit expliziter psychologischer Fundierung zu vermeiden.

Weitere relevante Qualitätsmerkmale

Neben den curricularen Inhalten ist die Qualifikation der Professuren und sonstigen Lehrkräfte ein wichtiges Qualitätsmerkmal. Neben fachlicher Einschlägigkeit (d.h. Studium / Promotion im jeweiligen Fachgebiet) sollte eine qualifizierte Praxiserfahrung (nicht ersetzbar durch Habilitation), eine Forschungsorientierung sowie die Fähigkeit zum wechselseitigen Transfer zwischen Wissenschaft und Praxis nachgewiesen werden können.

Bitte um aktive Nutzung der Empfehlungen im Akkreditierungsverfahren

Wir freuen uns, wenn die Empfehlungen der GWPs sowohl bei der Konzeption und Weiterentwicklung von Studiengängen als auch von Gutachter*innen im Rahmen der Akkreditierung und Reakkreditierung von Studiengängen der Wirtschaftspsychologie aktiv genutzt werden, um die Qualität wirtschaftspsychologischer Studiengänge sicherzustellen.

Rückfragen zu den Empfehlungen, zum Entwicklungsprozess sowie zur konkreten Anwendbarkeit im Akkreditierungsverfahren beantworten wir sehr gerne. Ansprechpartnerin innerhalb der GWPs:

Prof. Dr. Stefanie Winter, Vizepräsidentin der GWPs, Professorin für Wirtschafts- und Sozialpsychologie an der Hochschule Darmstadt

Mail: stefanie.winternothing@h-da.de