Frequently asked Questions - FAQs zum Studium der Wirtschaftspsychologie

 

Wie verbreitet sind wirtschaftspsychologische Studiengänge?

1998 und 1999 starteten die ersten beiden eigenständigen Studiengänge „Wirtschaftspsychologie“ in Deutschland, und zwar als Diplomstudiengänge, an der Hochschule Harz und der damaligen Fachhochschule Nordost-Niedersachsen in Lüneburg (Günther, 1998). Die Idee setzte sich durch, sowohl an den Hochschulen, als auch in der Wirtschaft (Stäudel & Günther, 2004; Klauk & Stäudel, 2007). Mittlerweile (Herbst 2009) kann man den Bachelor-Studiengang „Wirtschaftspsychologie“ an 3 öffentlichen und 8 privaten Fachhochschulen in Deutschland studieren, sowie an einer FH in der Schweiz, außerdem an 3 Universitäten – Tendenz steigend. Ein Master-Studium wird an 8 Hochschulen angeboten.

Die öffentlichen Hochschulen bieten als Abschluss immer den Bachelor of Science an, die privaten Hochschulen mit einer Ausnahme durchgängig den Bachelor of Arts. Dieser bemerkenswerte Unterschied spiegelt die eher naturwissenschaftliche Ausrichtung der Studiengänge an den öffentlichen Hochschulen wieder, die eher wirtschaftswissenschaftliche bzw. geisteswissenschaftliche Ausrichtung an den privaten Hochschulen.

Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Studiengängen mit dem Begriff „Psychologie“ im Namen, die sich offensichtlich ihrer „Heimatwissenschaft“ wie bspw. der Betriebswirtschaftslehre zugehörig fühlen, und einige wirtschaftspsychologische Anteile haben.

 

Wie groß ist die Akzeptanz eines Abschlusses in „Wirtschaftspsychologie“?

In vielen Gesprächen, Befragungen und Diskussionen (bspw. bei der Podiumsdiskussion auf der 15. Fachtagung der Gesellschaft für angewandte Wirtschaftspsychologie (GWPs), 10./11. Juli 2009 an der Fachhochschule Ludwigshafen am Rhein) bestätigten Praktiker aus Unternehmen den Studiengangskoordinatoren immer wieder, dass für sie die Ausrichtung der meisten wirtschaftspsychologischen Studiengänge genau den Bedürfnissen in der Wirtschaft entspricht:

  • psychologisches Wissen kombiniert mit betriebswirtschaftlichen Grundlagen (vergl. auch Kanning, Brandenburg & Thielsch, 2009)

  • wissenschaftlich fundierte Kenntnisse gepaart mit praktischem Können

  • eigenständiges Denken, das auch unternehmerische Belange mit einbezieht

  • Fachkenntnisse, die aufgrund guter Schlüsselkompetenzen in der Wirtschaft umgesetzt werden können (vergl. auch Stäudel & Günther, 2004).

  • methodisches Know-how, das im Alltag selbstverständlich und korrekt eingesetzt werden kann 

 

Die Jobaussichten der so für die Anforderungen in der Wirtschaft ausgebildeten Wirtschaftspsychologen seien besser als die von „Mono“-Absolventen. Natürlich hängen die individuellen Berufschancen auch davon ab, wie gut man persönlich abgeschnitten hat, welche Ausrichtung die Hochschule hat, an der man studiert hat, und wie ihr Ruf ist. Aber generell ist der Studiengang „Wirtschaftspsychologie“ in der Praxis akzeptiert, und zwar sowohl der Bachelor- als auch der Master-Abschluss.

Anzumerken bleibt, dass Wirtschaftspsychologen von ihrer Ausrichtung her - im Unterschied zu Betriebswissenschaftlern - eher Dienstleister sind, eher im Stab arbeiten, oder, nach ein paar Lehr- und Wanderjahren, als Selbstständige.

 

Gibt es Zulassungsbeschränkungen für die Studiengänge „Wirtschaftspsychologie“?

Die meisten Studiengänge werden an Fachhochschulen angeboten, wo man üblicherweise in vergleichsweise kleinen Jahrgangsgruppen studiert. Von daher können nicht beliebig viele Bewerber aufgenommen werden. Somit ist ein Auswahlprozess erforderlich, damit nur so viele Studierende aufgenommen werden, wie Studienplätze vorhanden sind.

Hinweis:

Die Literaturangaben, auf die im Text verwiesen wird, stehen auf den GWPs-Webseiten Literatur

 


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